Seefried und Dammann-Tamke: Kopfloses Krisenmanagement statt Masterplan in der beruflichen Bildung

Landkreis Stade. Angesichts der Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion zur Unterrichtsversorgung warnen die CDU-Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke vor einem Kahlschlag in der Lehrerversorgung der Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen. Das gelte auch für die Berufsbildenden Schulen in Stade und Buxtehude. „Die Unterrichtsversorgung der Berufsbildenden Schulen ist unter Rot-Grün auf 88,6 Prozent gesunken. In einer Panikreaktion hat das Kultusministerium den Schulen jetzt die Stellenplanung für Lehrkräfte entzogen“, kritisiert Seefried.
„Jahrelang konnten die BBS in Niedersachsen ihre Stellenplanung selbst vornehmen. Dieses Modell hatte Vorbildcharakter für die gesamte Bundesrepublik“, so Seefried. „In einer Aktion zwischen Tür und Angel wurde den Schulleitern dann kurz nach Beginn der Sommerferien der Entzug ihrer Planungsfreiheit mitgeteilt“. Dies habe nichts als Unruhe an die Schulen gebracht und die Lehrer wochenlang im Ungewissen gelassen.

Entgegen den früheren Aussagen von SPD-Kultusministerin Frauke Heiligenstadt sei das Vorgehen der rot-grünen Regierung kein Masterplan, sondern im Gegenteil vollkommen planlos. „Rot-Grün bringt das gesamte Konzept der Berufsbildenden Schulen als überregionale Kompetenzzentren in Gefahr. Von der Eigenverantwortlichkeit der Schulen bleibt so nicht viel übrig“, befürchtet Dammann-Tamke.
Der Haushaltsplanung der Landesregierung zufolge sollen allein im kommenden Jahr 370 Stellen an den Berufsbildenden Schulen gestrichen werden. 2016 und 2017 droht die Streichung von weiteren 120 Stellen pro Jahr. „Das bedeutet, dass die Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen innerhalb weniger Jahre 610 Lehrerstellen verlieren sollen. Pro BBS wären das durchschnittlich vier Stellen weniger“, verdeutlicht der Abgeordnete Dammann-Tamke.
Seefried und Dammann-Tamke sorgen sich auch um die Lehrerversorgung der Berufsbildenden Schulen im Landkreis Stade. So ist z.B. an der BBS Stade II von 2012 bis 2013 die Lehrerversorgung im Theoriebereich von 92 Prozent auf 85,6 Prozent und im Bereich Fachpraxis von 90,9 auf 85,3 Prozent gesunken. An der BBS Buxtehude ist im gleichen Zeitraum die Lehrerversorgung im Theoriebereich von 92,4 Prozent auf 87,3 Prozent und im Bereich Fachpraxis von 98,1 auf 87,1 Prozent gesunken. Dies geht aus den Statistiken hervor, die die CDU-Landtagsfraktion beim Ministerium für jede BBS in Niedersachsen abgefragt hat.
„Die Kultusministerin plant eine Entkernung der Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen, die bisher ein Vorzeigemodell waren“, kritisieren Seefried und Dammann-Tamke und weisen darauf hin, dass die landesweite BBS-Unterrichtsversorgung in den beiden vorhergehenden Legislaturperioden, als CDU-Minister das Kultusministerium führten, nie unter 90 Prozent lag.
Die Kultusministerin sei nun in der Bringschuld. „Ministerin Heiligenstadt muss sich endlich wieder mit den BBS-Schulleitungen an einen Tisch setzen und mit ihnen gemeinsam tragfähige Konzepte zur künftigen Verbesserung der Unterrichtsversorgung an den Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen entwickeln“, so Seefried.