In den vergangenen Monaten haben wir uns vor allem darauf konzentriert, die Wirtschaftsbereiche, die durch die Coronakrise ganz besonders stark betroffen sind, bestmöglich zu unterstützen und durch die Krise zu führen. Nun zeichnet sich bereits die nächste schwierige Situation für das Handwerk und die Bauwirtschaft ab, die bisher relativ gut durch die Krise gekommen sind. Der akute Mangel an Baustoffen und damit einhergehend die dramatisch gestiegenen Preise führen zu erheblichen Problemen im gesamten Baubereich – für die Unternehmen genauso wie auch für die Privatkunden und auch die öffentliche Hand bei der Vergabe öffentlicher Bauprojekte. Diese Entwicklung, die vor wenigen Monaten nicht im Geringsten absehbar war und sich nun enorm zugespitzt hat, hat das Potential zu einer handfesten Krise zu werden. Hierzu habe ich mich heute mit dem Kreishandwerksmeister Jörg Klintworth und dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stade Detlef Böckmann im Haus des Handwerks getroffen, um selbst einen tieferen Einblick in die Situation der Unternehmen zu erhalten und über die Konsequenzen miteinander ins Gespräch zu kommen. Ich glaube, dass die derzeitige Situation und die möglichen Folgen derzeit gesellschaftlich wie auch politisch noch unterschätzt werden. Bereits jetzt führt der Baustoffmangel dazu, dass viele Bauprojekte nicht wie geplant durchgeführt werden können. Die Folge sind Verschiebungen am Arbeitsmarkt- nicht aufgrund fehlender Aufträge, sondern weil diese nicht durchgeführt werden können, mussten Unternehmen bereits Kurzarbeit beantragen. Hinzu kommen deutliche Preiserhöhungen um bis zu 300 % innerhalb weniger Monate. Diese Preissteigerungen waren im Vorwege nicht kalkulierbar, weder für die Unternehmen noch für die Auftraggeber, die vielfach Privatpersonen sind, die ihren Traum vom Einfamilienhaus verwirklichen.

Seit der deutschen Wiedervereinigung hat es keine auch nur annähernd vergleichbare Situation gegeben. Bis jetzt waren alle Betriebe, aber auch die Kunden eine pünktliche Lieferung und stabile Preise gewohnt. Die Folgen sind vielfältig. So werden aktuelle Bauprojekte gerade auch im privaten Bereich in der Hoffnung hinausgeschoben, dass sich die Situation im Verlauf der nächsten Monate oder auch im kommenden Jahr verbessert. Vor allem die Wintermonate dieses Jahrs drohen eine schwierige Situation für das Handwerk zu werden, in der ist darauf ankommen wird Arbeitsplätze zu stabilisieren und zum Beispiel über Kurzarbeitergeld, mit dem in der Coronakrise sehr viel für die Unternehmen erreicht worden ist, das Handwerk und die Baubranche zu unterstützen. Wir müssen in der Tat bereits jetzt über die Konsequenzen, die sich in der weiteren Entwicklung darstellen, nachdenken und gemeinsam mit dem Handwerk Strategien erarbeiten. Hierfür werde ich mich auch innerhalb der Landespolitik einsetzen.

 

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