Hannover. Der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kai Seefried, übt heftige Kritik am Umgang der Landesregierung mit den 87.000 niedersächsischen Lehrern. „Keine Berufsgruppe hatte bislang unter der Regierung Weil so zu leiden, wie die Lehrerinnen und Lehrer“, erklärte Seefried während der heutigen Plenardebatte. Erst werde die Unterrichtsverpflichtung der Gymnasiallehrer erhöht und anschließend die zugesicherte Altersermäßigung aller Lehrkräfte ab dem 55. Lebensjahr ersatzlos gestrichen. „Die Aussage des Finanzministers, es werde niemandem etwas genommen, außer der Hoffnung, ist in diesem Zusammenhang zynisch“, kritisierte Seefried.

Der Kultusministerin warf der CDU-Schulexperte Unglaubwürdigkeit vor. „Noch im Mai hat Frau Heiligenstadt auf ihrem Dialogforum die hohe Arbeitsbelastung der Gymnasiallehrer beklagt. Im August hat die gleiche Ministerin hingegen keine Hemmungen, genau diesen Lehrern zusätzliche Pflichtstunden aufzudrücken und die Mehrbelastung als vertretbar zu bezeichnen.“

Erschreckend seien zudem die öffentlichen Anfeindungen seitens Rot-Grün, mit denen die Lehrer aktuell konfrontiert würden. „Wenn sich führende Politikerinnen von SPD und Grünen, wie Frau Modder und Frau Janssen-Kucz, hinstellen und behaupten, es gäbe nicht mal zehn Prozent engagierte Lehrkräfte, ist das diffamierend und eine Beleidigung für den ganzen Berufsstand. Offensichtlich teilt Rot-Grün die Einschätzung Gerhard Schröders, der die Lehrer in einem Interview einst als ‚faule Säcke‘ bezeichnet hat“, sagte Seefried. Er betonte, die CDU-Fraktion distanziere sich ausdrücklich von solchen Parolen. „Mit unserem Antrag setzen wir uns dafür ein, dass die Arbeit und das Engagement unserer Lehrer wertgeschätzt werden. Denn genau wie die Lehrerverbände sind auch wir der Meinung: So geht es nicht, Rot-Grün.“