Hannover. Mit Sorge hat der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kai Seefried, die so genannte Wirtschaftlichkeitsprüfung kleiner Grundschulen in Niedersachsen durch den Landesrechnungshof zur Kenntnis genommen. Insgesamt 51 Grundschulen mit weniger als 50 Schülern müssen nach Informationen der CDU-Landtagsfraktion bis zum 18. Juni einen umfangreichen Fragenkatalog beantworten. „Wenige Wochen vor dem Schuljahresende eine derart aufwendige Abfrage von den Grundschulen einzufordern, spricht nicht für die Kenntnis der schulischen Abläufe zu einem Schuljahresende. Die Zeugnisse werden vergeben, Schulen müssen zu diesem Zeitpunkt erfahrungsgemäß viel organisieren“, kritisierte Seefried den gewählten Zeitraum. Hinzu käme die „äußerst knapp“ bemessene Antwortfrist von 14 Tagen. „Das ist viel zu kurz und für viele Schulen sicherlich nicht umsetzbar.“

Kritik übte der CDU-Bildungsexperte auch an der Zielsetzung der Fragen. „Es werden ausschließlich Größe und Zahlen der Grundschulen abgefragt – dabei ist an kleinen Schulstandorten doch gerade der pädagogische Faktor entscheidend.“ Die wichtige Frage nach der räumlichen Entfernung zur nächst gelegenen Schule und der damit verbundenen Schulwege fehle gänzlich. „Das Vorgehen des Landesrechnungshofes erweckt den Eindruck, dass hier Material gesammelt werden soll, um zukünftige Schulschließungen begründen zu können. Der Landesrechnungshof darf sich nicht zum Erfüllungsgehilfen der rot-grünen Landesregierung machen“.

 

Die CDU-Landtagsfraktion habe sich in der Vergangenheit für kleine Schulstandorte eingesetzt, betonte Seefried, die CDU-geführte Landesregierung habe die Möglichkeit von Schulverbünden oder die Bildung von Kombiklassen unterstützt. „Insbesondere mit Blick auf die demografische Entwicklung brauchen wir diese Schulen“, so Seefried. Die CDU-Fraktion werde die Befragung des Landesrechnungshofes zum Anlass nehmen, eine Anfrage an die Landesregierung zur Zukunft der kleinen Grundschulstandorte zu stellen. „Wir wollen wissen, ob die rot-grüne Landesregierung die bisherigen Möglichkeiten zum Erhalt kleiner Grundschulen beibehalten und mit den notwendigen Ressourcen auch weiter ausstatten wird. Oder ob es den kleinen Schulen jetzt an den Kragen geht.“