Der CDU-Landtagsabgeordnete Kai Seefried hat die vor einigen Monaten stattgefundene Postkarten-Aktion der Apotheken zum Anlass genommen, sich vor Ort einmal selbst ein Bild zu machen. Mit der Postkarten-Aktion hatten die Apotheken auf zunehmende Aufgaben und eine entsprechende fehlende Honorierung hingewiesen. In den letzten Jahren hat sich die Situation in den Apotheken extrem verändert, so gab es Kostensteigerungen um rund 18%, demgegenüber steht nur ein Anstieg der Honorierung um rund 3%. Bei seinem Praktikum in der Mühlen-Apotheke hat die Apothekerin Birgit Marzyk dem Abgeordneten den Alltag von Apotheken näher gebracht. Hierbei konnte Kai Seefried beobachten, welchen Aufwand die gesetzlichen Vorgaben der letzten Jahre verursachen. Bei jedem Kunden muss zunächst geschaut werden, ob die verschriebenen Medikamente im Rabattsortiment der jeweiligen Krankenkasse sind oder ob das gleiche Arzneimittel von einem anderen Hersteller abgegeben werden muss. Durch die Rabattverträge zwischen den Krankenkassen und den Pharmaunternehmen müssen eine Vielzahl verschiedener Medikamente mit gleichen Wirkstoffen vorrätig gehalten werden, um den Kunden möglichst umgehend ihr Medikament zur Verfügung stellen zu können.

Außerdem werden zunehmend wieder Rezepturen verschrieben, was viel Aufwand neben der normalen Arbeit bedeutet, da die Rezepturen geprüft und mit Ärzten abgestimmt und angefertigt werden müssen. „Eines wurde mir deutlich, trotz aller Belastung war immer noch Zeit für ein Lächeln, für ein Gespräch mit Beratung und die Beantwortung von Fragen“, bewundert Seefried die Arbeit der Apotheken und ihren Mitarbeitern. Die Position der Apotheken als Schaltstelle zwischen den Ärzten, den Patienten und den Krankenkassen ist nicht einfach. Jedem Kunden möchte man natürlich versuchen, gerecht zu werden. Auf der anderen Seite muss die Abrechnung nach Vorgaben der Krankenkassen möglich sein. Notdienste der Apotheken fordern ebenso enormen Zeitaufwand. Der Apothekerin Frau Marzyk war es wichtig, Kai Seefried die Arbeit der Apotheken näher zu bringen, obwohl sie am 4. Januar ihre Apotheke an eine Nachfolgerin weitergeben wird. „Es geht dabei nicht um meine persönliche Situation“, erläutert Birgit Marzyk ihren Antrieb. Zusammen mit Kai Seefried ist sie sich einig, dass zu einer guten Versorgung im ländlichen Raum auch ein gutes Angebot mit Apotheken gehört.

Das Bild zeigt v.L.: Kai Seefried mit Frau Birgit Marzyk vor der Mühlen-Apotheke in Fredenbeck