Für die Arbeit eines Abgeordneten ist die praktische Erfahrung und das Gespräch vor Ort für die politische Arbeit unerlässlich ist Kai Seefried überzeugt. Vielfach nutzt er die Gelegenheit, um vor Ort in Unternehmen und Einrichtungen hinter die Kulissen zu schauen. Heute ging es bereits morgens um 6.00 Uhr in Fredenbeck los. Die Sonne war noch lange nicht aufgegangen und auf den Straßen herrschte nur wenig Verkehr. Da standen Wilhelm Mießner und sein Sohn Ulrich im Stall und begannen die 120 Kühe zu melken. Dieses Mal hatten Sie eine ungewöhnliche Unterstützung, der CDU-Landtagsabgeordnete Kai Seefried hatte sich zu einem Praktikum angemeldet.

Die Idee war im Gespräch mit Kreislandwirt Johann Knabbe entstanden, der ein hohes Interesse daran hat die Arbeit der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit transparent darzustellen. Kai Seefried konnte die Arbeit hautnah erleben, melken, Stall ausmisten und das Füttern der Kälber standen auf dem Programm. „Das ist mehr als ich bisher bei meinen Besuchen auf Bauernhöfen erfahren konnte“, freut sich Kai Seefried über die interessanten Einblicke in die Arbeit der Landwirtschaft. Zwischendurch war immer wieder ausreichend Zeit, um über aktuellen Themen der Landwirtschaft zu diskutieren. Kai Seefried bedauert, dass die Landwirtschaft immer sehr schnell pauschal mit Themen wie Massentierhaltung oder Antibiotika in Verbindung gebracht wird. „Bei einer wachsenden Weltbevölkerung wird der Bedarf an landwirtschaftlichen Produkten weiter zunehmen“, ist Seefried überzeugt und hält hierfür insbesondere die bäuerliche Landwirtschaft in familiengeführten Unternehmen für besonders geeignet. „Es wird darauf ankommen, die Nachhaltigkeit mit der Produktivität in Einklang zu bringen“, so Seefried. Die Eindrücke auf dem Hof der Familie Mießner, der bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts von der Familie bewirtschaftet wird, hat ihn hierbei weiter überzeugt. Niedersachsen ist das Agrarland Nummer 1 in Deutschland. So steht jedes zweite Hähnchen, jedes dritte Schwein und jedes fünfte Rind in Deutschland in einem niedersächsischen Stall. Auch Arbeiten im Bereich des Schwingetals standen auf dem weiteren Arbeitsprogramm. Landwirt Wilhelm Mießner nutzte die Gelegenheit, den Abgeordneten hier auf die Probleme eines verschärften Naturschutzes hinzuweisen. Grundsätzlich sind sich Mießner und Seefried einig, dass der Naturschutz eine besondere Bedeutung hat und Verantwortung für die nächste Generationen ist. Beide sind aber auch überzeugt, dass Naturschutz und Landwirtschaft nur gemeinsam und auf keinen Fall gegeneinander funktionieren. Auch Kreislandwirt Johann Knabbe unterstützte die Position und warb für passende Rahmenbedingungen, die eine moderne Landwirtschaft heute benötigt. Kai Seefried ist in diesem Zusammenhang auch wichtig, dass die Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft und Naturschutz beendet werden muss. Als Beispiel nannte er hier den Bau der geplanten Autobahnen.  „Wir dürfen unsere Landwirtschaft durch den Bau der Autobahnen nicht doppelt bestrafen – einmal durch den direkten Verbrauch der Fläche für den Bau und dann noch durch zusätzliche Kompensations- und Ersatzmaßnahmen“. Hier fordert er sinnvolle Lösungen, die in eine qualitative Verbesserung des Naturschutzes investieren anstelle immer neue Fläche zu verbrauchen. „Für meine politische Arbeit war dieses Praktikum sehr wertvoll. Ich habe durch den direkten Einblick erlebt, welche aktuellen Themen die Landwirtschaft in den kommenden Jahren bewegen werden“, kommentiert Seefried sein Praktikum.

Auf dem Bild von links nach rechts: Johann Knabbe (Kreislandwirt), Ulrich Mießner, Antje Mießner, Wilhelm Mießner und Kai Seefried