Clankriminalität ist auch in Niedersachsen ein zunehmendes Problem und rückt in den Fokus der Landespolitik. Im Jahr 2019 war ein signifikanter Anstieg von Polizeieinsätzen zu verzeichnen. Die Täter versuchen, vermeintlich rechtsfreie Räume auszunutzen und sich so der staatlichen Kontrolle zu entziehen. Häufig äußert sich Clankriminalität nur im Bereich von kleineren Delikten. „Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass kriminelle Familienclans von einer grundlegend rechtsfeindlichen Gesinnung gegenüber unserem demokratischen Wertesystem durchdrungen sind, welche auch offen zur Schau getragen wird. Hier gilt es, konsequent durchzugreifen“, so der Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Kai Seefried.

„Die Clan-Kriminalität wurde in Deutschland in den letzten Jahren unterschätzt“, da sind sich die Niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza und Kai Seefried einig. Der Grund lag unter anderem darin, dass es nicht immer einfach ist, die dahinter liegenden Strukturen zu erkennen. Um dieses Problem in Zukunft besser bekämpfen zu können, werden durch das Niedersächsische Justizministerium an den Standorten der Staatsanwaltschaften Braunschweig, Hildesheim, Osnabrück und auch Stade Schwerpunktstaatsanwaltschaften zur Bekämpfung der Clankriminalität, mit jeweils zwei zusätzlichen Staatsanwälten eingesetzt. Die vier Standorte sind entsprechend regionaler Schwerpunkte von Clan-Kriminalität in Niedersachsen ausgewählt worden. Zusätzlich wird bei der Zentralen Stelle Organisierte Kriminalität und Korruption (ZOK) bei der Generalstaatsanwaltschaft Celle ein Koordinator eingesetzt.

Das Land Niedersachsen war das erste Bundesland, welches ein gesondertes Lagebild zur Clankriminalität erstellen ließ. Seit März 2018 wurden die Bemühungen von Polizei und Justiz noch einmal verstärkt, um mit einer einheitlichen Konzeption gegen kriminelle Clans vorzugehen. Das Ziel ist eine Politik der konsequenten Verfolgung auch kleinster Verstöße im Sinne einer Null-Toleranz-Politik, um damit den Kontroll- und Strafverfolgungsdruck gegen Angehörige krimineller Clanstrukturen weiter zu erhöhen, damit die Clans die Stärke des Rechtsstaats dauerhaft spüren. Dazu gehört die Beschlagnahme von Autos und auch von durch Verbrechen erlangtes Vermögen.

Hierzu sollen die neuen Sondereinheiten einen entscheidenden Beitrag leisten.