Eingriffe in Natur zukünftig finanziell ausgleichen. Niedersächsischer Landtag beschließt Antrag von CDU und FDP.  Nach dem in dieser Woche verabschiedeten Antrag sollen künftig infrastrukturelle Eingriffe in die Natur nicht mehr allein durch Flächen, sondern auch durch ein so genanntes Ersatzgeld kompensiert werden können. „Gerade für unsere Region ist diese Regelung zwingend notwendig“, erklärt Kai Seefried. Nach seiner Einschätzung wird der Flächenbedarf im Landkreis Stade für die Trassen der geplanten Autobahnen, für Projekte wie den Seehafen oder weitere Gewerbegebiete in den nächsten Jahren knapp 800 ha betragen. Nach dem geltenden Naturschutzrecht müsste die Kompensation für den Naturschutz durch Ausgleichsflächen erfolgen. Der gesamte Umfang des Flächenverbrauchs könnte dann weit über 2.000 ha betragen.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Landwirtschaft hier doppelt bestraft wird“, so Kai Seefried. Investoren sollen ihren Verpflichtungen jetzt finanziell nachkommen können. Helmut Dammann-Tamke stellt dazu klar: „Das Ersatzgeld, das auf diesem Weg gewonnen wird, fließt in vollem Umfang in Naturschutzmaßnahmen.“ Der Landkreis Stade ist hierfür bereits vorbereitet und hat die entsprechenden Rahmenbedingungen für einen Naturschutzfond geschaffen. Die Naturschutzbehörden können mit den Geldern dann gezielt nachhaltigen Naturschutz durchführen. „Auf diese Weise kann für die Verbesserung des Zustandes von Natur und Landschaft mehr erreicht werden, als durch die Flickenteppiche einzelner Kompensationsmaßnahmen“, so die beiden Landtagsabgeordneten. Es ist deshalb dringend geboten, die Flächenkompensation einer kritischen Würdigung zu unterziehen. „Wem ist damit geholfen, wenn wertvolle Ackerflächen in Streuobstwiesen umgewandelt werden, um die sich im Laufe der Jahre keiner mehr kümmern will oder kann“, fragt Helmut Dammann-Tamke. Zum Erreichen der verschiedenen Schutzziele bedarf es einer dauerhaften Pflege und diese verursacht Kosten. Deshalb ist es dringend an der Zeit, dass wir andere Wege finden. Wege, die es Investoren ermöglichen, ihre Verpflichtungen in Geld abzuleisten und für qualitativ hochwertigen Naturschutz zur Verfügung zu stellen. Mit Unverständnis reagieren beide Abgeordneten auf die ablehnende Haltung der SPD Abgeordneten aus der Region. „Eigentlich sollten alle wissen, vor welchen Herausforderungen und welchem Druck auf die Fläche wir stehen“, bewerte Kai Seefried das Abstimmungsverhalten. Daher hätten beide die Zustimmung der SPD zu dem Antrag erwartet. Nachdem der Landtag jetzt mehrheitlich den Antrag verabschiedet hat, ist der Bundesgesetzgeber gefordert, die Regelungen schnell umzusetzen. Da sich Niedersachsen mit seinen Forderungen auf bestehende Beschlüsse aus dem Koalitionsvertrag bezieht, sind die beiden Abgeordneten optimistisch, dass der Niedersächsische Antrag zu einer Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes führen wird.