Zeven. Das die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und damit verbunden das Recht auf Teilhabe für alle Menschen, egal ob mit oder ohne Beeinträchtigungen, das richtige Ziel ist, ist bei allen Beteiligten unbestritten. „Wir haben die Inklusion im schulischen Bereich mit einem weitgehenden Gesetz auf den Weg gebracht. Wir wollen Inklusion. Die entscheidende Frage ist, wie der Weg dahin aussieht“, so der schulpolitische Sprecher der CDU Landtagsfraktion, der gemeinsam mit seiner Landtagskollegin und früheren Ministerin Mechthild Ross-Luttmann die Janusz-Korczak-Schule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache und Lernen in Zeven, besuchte.

Auf Einladung des Schulleiters Herrn Beckmann hatten die beiden Abgeordneten die Gelegenheit, im Unterricht einer 1. und 2. Klasse der Sprachförderschule zu hospitieren und persönlich einen Eindruck der Arbeit zu gewinnen. Die Erfolge, die in der intensiven Förderung für die Kinder erreicht werden können, sind beeindruckend, waren sich beide Abgeordnete einig. Sie konnten selbst erleben, wie durch die besondere Qualifikation der Lehrkräfte und die Möglichkeiten, die sich in der Förderschule bieten, schwere Sprachstörungen behoben werden können und gerade so eine erfolgreiche Inklusion möglich gemacht wird. Es ist eben nicht die Vorgabe, dass der Einstieg in eine Förderschule dauerhaft für die Kinder sein muss. Im Gegenteil, gerade im Bereich der Sprachförderung lässt sich feststellen, dass durch die intensive frühe Förderung in der 1. und 2. Klasse im Regelfall bereits ab Klasse 2 die Möglichkeit für den Besuch einer Regelschule besteht. Die Kinder steigen hier dann gestärkt und gefördert in den Unterricht der allgemein bildenden Grundschule ein und haben so eine sehr große Chance, ohne weiteren Förderbedarf die Schullaufbahn zu absolvieren. Hintergrund des Besuches für die beiden CDU Landtagsabgeordneten sind die Aussagen der neuen rot-grünen Landesregierung im Koalitionsvertrag, die die Abschaffung der Förderschulen Sprache und Lerne bereits kurzfristig vorsehen. „Wer über Inklusion redet und meint, eine solche Entscheidung zu treffen, die zum jetzigen Zeitpunkt das Aus für dieses qualifizierte Förderschulsystem bedeutet, hat vermutlich noch nie an so einem Unterricht teilgenommen und kann sich nicht vorstellen, welchen Schaden sie jedem Kind zufügen, das nicht mehr die Chance für eine solche Qualifikation erhält“ so Kai Seefried. Mechthild Ross-Luttmann und Kai Seefried befürchten, ebenso wie der Schulleiter Beckmann oder die engagierten Sonderpädagogen, dass es dann vermehrt zu sprachlosen Kindern und erheblichen Defiziten kommen wird. „Wir stehen am Anfang der Umsetzung der flächendeckenden Inklusion in der Schule. Wir dürfen nicht einen Schritt vor dem anderen machen und damit die Inklusion gefährden. Das Kindeswohl muss im Vordergrund stehen und daher ist für die CDU diese Position im Schulgesetz nicht verhandelbar“ so Kai Seefried. Alle Beteiligten waren sich einig: wir wollen die Inklusion, aber dies muss richtig geschehen und dafür brauchen wir auch Zeit. Ein Gesetz kann nur den Rahmen hierfür bieten. Vieles zum Gelingen der Inklusion muss sich in den Köpfen verändern. Dies ist keine kurzfristige Aufgabe, sondern vermutlich Aufgabe für eine ganze Generation.