Stade. „Wir müssen gemeinsam in die Offensive gehen“, lautete das wesentliche Fazit von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung zur weiteren Entwicklung des Stader Seehafens. Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Kai Seefried war der Arbeitskreis Häfen und Schifffahrt der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion zu einer zweitägigen Bereisung zu Gast in Hamburg und Stade. „Wir wollen die gute Entwicklung unserer Region der letzten Jahre weiter fortsetzen und die wichtigen Themen wie den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur mit dem Stader Seehafen, den Autobahnen oder der Schienenanbindung weiter in der öffentlichen Diskussion halten“, so Kai Seefried, der hier auch gerade in der neuen Rolle der CDU als Opposition im Land eine wichtige Aufgabe sieht. Die CDU-Landtagsabgeordneten haben sich zu Beginn ihrer Bereisung mit der Geschäftsleitung des Hamburger Logistikunternehmens BUSS in Hamburg zu Gesprächen getroffen. Seit dem Jahr 2012 betreibt die BUSS-Gruppe auch im Stader Seehafen ein neues Multi-Purpose-Terminal. Am Standort Hamburg begrüßte Geschäftsführer Heinrich Ahlers die Delegation und informierte über aktuelle Entwicklungen in der Maritimen Wirtschaft und konkret zur Situation im Hamburger Hafen.

 

Fortgesetzt wurde die Bereisung dann am Abend bei Gesprächen mit Vertretern des Seehafen Stade e.V. aus Wirtschaft und Verwaltung, die am zweiten Tag im Stader Rathaus fortgesetzt wurden. Hier unterstrichen Bürgermeisterin Silvia Nieber, Marcus Schlichting als Vorsitzender des Seehafen Stade e.V. und Stades Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs in Impulsvorträgen die hohe Bedeutung und die Chancen des Stader Hafens. Für die landeseigene Hafeninfrastrukturgesellschaft N-Ports stellte Hans-Gerd Janssen den aktuellen Sachstand der weiteren Hafenplanung für Stade vor. Derzeit werden bei N-Ports die Vorbereitungen für ein neues Planfestellungsverfahren für eine weitere Hafenerweiterung getroffen. Danach könnte der Hafen um eine neue Terminalfläche von 24 Hektar und eine Kaimauer von rund 825 Metern erweitert werden. „Dieser Ausbau solle bedarfsgerecht und gegebenenfalls auch in mehreren Bauabschnitten erfolgen“, so Janssen. An diesem Bedarf lässt BUSS-Geschäftsführer Ahlers keine Zweifel aufkommen. „Ich befürchte eher, dass der Hafen in Stade viel zu spät kommt“, so Ahlers, der für sein Unternehmen großes Interesse an einem Ausbau der Stader Aktivitäten hat. Entscheidend für eine Weiterentwicklung wird jedoch die finanzielle Ausstattung des Landes für die niedersächsischen Häfen sein. Alle Beteiligten waren sich einig, dass hier derzeit viel zu wenig Geld zur Verfügung steht. Landesweit sind es gerade knapp 35 Millionen Euro zur Erhaltung der Häfen in diesem Jahr und Erhöhungen sind derzeit nicht eingeplant. Im Vergleich dazu geben Bremen oder Hamburg jährlich mehrere hundert Millionen Euro aus. Für den Arbeitskreis der CDU-Landtagsfraktion machte der Vorsitzende Bernd-Carsten Hiebing deutlich, dass man nicht ohne Stolz auf die Entwicklung der letzten Jahre, auch in Stade, schaue. Insgesamt sind in den letzten zehn Jahren mehr als eine Milliarde Euro in die niedersächsischen Häfen investiert worden. Hier darf jetzt die neue Landesregierung nicht stehen bleiben, sondern eine funktionierende Infrastruktur ist die Ausgangsvoraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. „Es muss der Politik und der Wirtschaft gemeinsam gelingen, dass für den wichtigen Bereich der Hafenentwicklung und Unterhaltung in den nächsten Jahren deutlich mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Ansonsten wird man im internationalen Wettbewerb nicht mithalten können“, so Hiebing, der sich persönlich auch über den Besuch in Stade freute, da er mittlerweile seit 11 Jahren als Abgeordneter die Entwicklungen im Stader Seehafen verfolgt und begleitet.