Landkreis Stade. Gleich mit mehreren Anfragen an die Landesregierung haben die CDU-Landtagsabgeordneten Helmut Dammann-Tamke und Kai Seefried die Unterrichtsversorgung an den Schulen im Landkreis Stade hinterfragt. Dabei wird schnell deutlich, dass die Förder-, Grund- und Oberschulen die großen Verlierer sind.  Die Förderschule für Geistige Entwicklung in Stade liegt derzeit bei einer dramatischen Unterrichtsversorgung von nur 75,4% und hat sich damit in den letzen 4 Jahren um 20 Prozentpunkte verschlechtert.  Auch die Förderschulen im Bereich Lernen Balthasar Leander und Friedrich Fröbel sind im Vergleich zum Jahr 2010 um rund 10% im Bereich der Unterrichtsversorgung abgesackt.  „Die Förderschulen haben eine besonders wichtige Aufgabe bei der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Förderbedarfen. Für die Lehrkräfte  kommt mit der Umsetzung der Inklusion in den allgemeinbildenden Schulen eine weitere große Aufgabe dazu, der sie mit der derzeitigen Ausstattung nicht gerecht werden können“, betont Kai Seefried auch als schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

 

Im Bereich der Grundschulen bildet die Grundschule in Hedendorf mit traurigen 82% Unterrichtsversorgung das Schlusslicht. Ebenfalls dramatisch stellt sich die Situation an der Grundschule in Freiburg mit 88,1%, an der Grundschule in Balje mit 93,9%, an der Grundschule in Ahlerstedt mit 94,6% und an der Grundschule in Haddorf mit 95,3 % da. „Viele Grundschulen liegen weiterhin deutlich unter dem statistischen Wert von 100% und können damit ihren Unterricht kaum aufrecht erhalten. Von dem Versprechen der „verlässlichen Grundschule“ haben SPD und Grüne sich weit entfernt. Hier war immer eine Unterrichtsversorgung von 102% Planungsgrundlage“,  so Helmut Dammann-Tamke.

Die Unterrichtsversorgung in allen Oberschulen im Landkreis Stade liegt bei durchschnittlich rund 96,7%. Besonders belastet sind die Oberschule Nordkehdingen mit 92,4%, die Oberschule in Ahlerstedt mit 94,6% und die Oberschulen in Apensen, Jork und Harsefeld mit ca. 97%. „In vielen Schulen stellt sich die derzeitige Situation mit erheblichem Unterrichtsausfall dramatisch dar. Auch konkrete Nachfragen an die Landesregierung wie z.B. zur Oberschule in Harsefeld machen keine Hoffnung auf Besserung. Über Jahre war das Thema Unterrichtsversorgung und Ausfall von Schulunterricht aus meinem Themenkatalog verschwunden. Leider sind wir wieder da, wo ich 2003 meine Arbeit als Abgeordneter begonnen habe.“, stellt Helmut Dammann-Tamke fest. „Verschärft wird die derzeit schlechte Unterrichtsversorgung durch immer weniger Neueinstellungen von Lehrkräften. Auch hier sind die Oberschulen, aber auch die Gymnasien besonders betroffen. Das gilt für den Landkreis Stade wie auch für Niedersachsen insgesamt“, so Kai Seefried. So sind an der Oberschule in Ahlerstedt im vergangenen Jahr 4 Lehrkräfte ausgeschieden, es erfolgten aber keine Neubesetzungen und das bei einer ohnehin schon schlechten Unterrichtsversorgung. Ein weiteres Beispiel ist das Gymnasium Athenaeum an dem 3 Lehrkräfte aus dem Dienst ausgeschieden sind und es nur eine einzige Neubesetzung gab. Dort liegt die Unterrichtsversorgung jetzt bei nur 99,5%.

„Die Gymnasien sind hierbei noch besonders belastet. Denn die derzeitige statistischen Werte der Unterrichtsversorgung werden nur erreicht, da alle Gymnasiallehrer von der Landesregierung eine Stunde Mehrarbeit verordnet bekommen haben. Damit steigt die statistische Unterrichtsversorgung, aber im Gegenzug auch die Belastung für jeden einzelnen Lehrer, ohne das neue Lehrkräfte dazu kommen. Die Ministerin hat es damit aber auch nur geschafft bei der Unterrichtsversorgung der Gymnasien wieder den Wert von 2012, also vor dem Regierungswechsel, zu erreichen. Das Ganze aber leider auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer. Daher hat es auch die Ministerin zu verantworten, dass Lehrer vielerorts aus Protest die Klassenfahrten ausfallen lassen“, kritisiert Kai Seefried.