Landkreis Stade. Die CDU-Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke kritisieren die Entscheidung von Innenminister Pistorius, den Lehrbetrieb der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) auf unbestimmte Zeit einzustellen, um an den Standorten Celle und Loy Flüchtlinge unterzubringen. „Es ist nicht akzeptabel, dass jetzt das Missmanagement der rot-grünen Landesregierung ausgerechnet diejenigen trifft, die tagtäglich ehrenamtlich für unsere Sicherheit eintreten“, sagt Kai Seefried und fordert gemeinsam mit seinem Kollegen Helmut Dammann-Tamke, dass der Innenminister schnellstmöglich dafür sorgen muss, dass der Lehrgangsbetrieb an der Feuerwehrschule wieder aufgenommen wird.

 

Helmut Dammann-Tamke erfuhr über die „Whatsapp-Gruppe“ seiner Ohrensener Feuerwehrkameraden am gestrigen Abend von der Entwicklung. „Die Fassungslosigkeit unter den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren ist riesengroß“, so Dammann-Tamke. „Wer denen, die 365 Tage rund um die Uhr mit der Bereitschaft für die Allgemeinheit ehrenamtlich zu arbeiten die Ausbildungsstätte nimmt, riskiert das uns in Niedersachsen die positive Grundhaltung gegenüber Flüchtlingen schneller den Bach runtergeht als wir gucken können. Dafür gibt es meines Erachtens auch keine Entschuldigung, da die Landesregierung bei dem Thema bisher alles verschlafen hat. Nach wie vor werden unsere Aufnahmekapazitäten mit knapp der Hälfte von Asylsuchenden vom Balkan beansprucht, die zu nahezu 100 % keine Chance auf Bleiberecht haben.“

Bereits jetzt müssten auch in unserem Landkreis die Feuerwehrleute bis zu drei Jahre auf einen Lehrgangsplatz an der Feuerwehrschule warten. Nun sei vollkommen unklar, wie die Ausbildung und Qualifikation der Freiwilligen Feuerwehren auf kurze und lange Sicht gewährleistet werden soll. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum gerade eine für das Ehrenamt in der Feuerwehr so wichtige Landeseinrichtung geräumt wird, während andere Liegenschaften nach wie vor leer stehen“, so Kai Seefried.

Wie die Landtagsabgeordneten erklären, sei zudem völlig unklar, wie der jetzt zusätzlich wachsende Stau in der Lehrganszuteilung an die Feuerwehren gelöst und Ausbildungsfristen eingehalten werden sollen: „Gerade die Führungslehrgänge zum Gruppen- und Zugführer erfolgen in zwei aufeinander aufbauenden Teilen. Was passiert, wenn der Lehrgangsbetrieb längerfristig ausgesetzt wird und bereits abgeschlossene Ausbildungsteile ihre Gültigkeit verlieren? „Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass viele Feuerwehrkameradinnen und -kameraden die Teilnahme an den Lehrgängen sehr langfristig planen und oftmals ihren eigenen Urlaub dafür hergeben. Für viele wird es schon vor diesem Hintergrund nicht so einfach möglich sein, neue Lehrgangsangebote anzunehmen. Hier bleiben drängende Fragen offen, auf die alle freiwilligen Feuerwehrleute vollkommen zu Recht eine Antwort erwarten“, so Kai Seefried.