Seit 12 Jahren sitzt Prof. Dr. Hans-Peter Mayer im Europäischen Parlament.
Der Jurist mit langer politischer wie auch verwaltungs-technischer Erfahrung vertritt dort auch die Interessen der Menschen im Elbe-Weser-Raum. In seinem ihm zugeordneten Bereich befinden sich 16 Landkreise und damit eine Vielfalt an Themen, Problemen und Fragestellungen. Umfangreich und gut informiert besuchte er jetzt den Landkreis Stade.

Das Besuchsprogramm wurde eröffnet mit einem Gespräch gemeinsam mit dem CDU-Landtagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Kai Seefried beim Landrat Michael Roesberg sowie dem Ersten Kreisrat Eckart Lantz. In einem ausführlichen Gespräch wurden viele aktuelle Themen des Landkreises, die auch direkt durch Europa beeinflusst sind, besprochen und erörtert. So ging es um die Zukunft der EU-Förderung nach 2013. Bis dahin befindet sich der Landkreis Stade im sogenannten Ziel-1-Gebiet und erhält die höchst mögliche Förderung.

Prof. Mayer machte hier Hoffnung, dass die Förderung ab 2013 nicht abrupt enden wird, sondern mögliche Übergangsregionen entstehen werden. Aber auch der gesamte Bereich der CFK-Forschung und -Entwicklung, die Elbvertiefung, Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen, hier insbesondere im Zusammenhang mit der Landwirtschaft, standen auf der Agenda. Nach der Überreichung einer Europa-Flagge vom Abgeordneten Mayer an den Landrat ging die Besuchstour weiter nach Fredenbeck.

Dort warteten Landwirte und der Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke auf dem Betriebsgelände der Stader Saatzucht. Im Bereich der Lagerhallen wurde durch die Stader Saatzucht eine kleine Konferenzzone geschaffen, um, wie es Kai Seefried formulierte, mitten in der Produktion über die Agrarpolitik zu diskutieren. Prof. Mayer stellte dort in einer Präsentation die aktuellen Überlegungen über die Fortsetzung der Agrarförderung der Europäischen Union ab 2013 vor. Denn, obwohl die Förderperiode noch bis 2013 läuft, befinden sich die entsprechenden Beratungen in Brüssel und Straßburg kurz vor dem Abschluss. Sollte die Umsetzung so wie vom Europaabgeordneten vorgeschlagen erfolgen, sah man in den Augen der Betroffenen deutliche Erleichterung. „Es muss in jedem Fall vermieden werden, neue zusätzliche bürokratische Ebenen zu schaffen“, so der Europaabgeordnete in dem Zusammenhang. Anschließend erfolgte eine spannende Diskussion u.a. über den Naturschutz, die hohe Qualität der deutschen Agrarprodukte, den Einsatz von Spritzmitteln, die Vogelfraß-Problematik in Kehdingen und auch die besondere Position des Obstanbaugebietes Altes Land wurde erörtert.

Den Abschluss des Tages bildete eine öffentliche Veranstaltung unter dem Motto „Was bringt mir Europa“. Nach einer Kurzvorstellung von Prof. Mayer hatten Interessierte die Möglichkeit sämtliche Fragen zur EU loszuwerden und so erfolgte auch hier eine spannende Diskussion über Förderungen, die Stabilität des Euro aber auch die wichtigen Faktoren, wie Frieden und Freiheit für die Menschen in Europa, die ganz maßgeblich durch die Europäische Union beeinflusst und gesichert sind.