Mit Entrüstung reagierten die beiden Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke auf den Vorstoß des Landesvorsitzenden der SPD, Ganztagsschulen zukünftig auf die Städte zu konzentrieren. „So etwas hat es noch nie gegeben – dass ein niedersächsischer Politiker eine unterschiedliche Ausstattung der Schulen in der Stadt und auf dem Land fordert“, sagte Kai Seefried. „Es muss immer der Anspruch sein, gleiche Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler in unserem Land zu gewährleisten. Das ist ein Affront gegen alle Menschen, die im ländlichen Raum leben.“ Unter bildungspolitischen Gesichtspunkten wäre ein solches Vorgehen fatal. Betreuungsangebote, mit denen im ländlichen Raum die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden soll, würden zunichte gemacht.

In einem Interview mit dem Magazin „Demo“ hatte der amtierende Oberbürgermeister von Hannover angeregt, Ganztagsschulen aus Kostengründen in Klein- und Mittelstädten zu konzentrieren. Den ländlichen Raum will er demnach mit einer eng getakteten Schülerbeförderung abspeisen. „Dieser Vorschlag würde den Einstieg in eine auf Ballungsgebiete zugeschnittene Schulpolitik bedeuten“, so Helmut Dammann-Tamke. Würden diese Vorstellungen umgesetzt, müssten Hunderte von Ganztagsschulen, insbesondere im Grundschulbereich, geschlossen werden. „Die gewollte Schulstruktur, wie sie derzeit vorherrscht, wird durch diesen Vorstoß wissentlich von der SPD in Frage gestellt“, betonte Helmut Dammann-Tamke.