Landkreis Stade. In dieser Woche findet landesweit die „Woche der beruflichen Bildung“ statt. Mit dieser Aktionswoche setzt Niedersachsen ein klares Zeichen für die berufliche Bildung: Nicht nur die Kabinettsmitglieder der Landesregierung nehmen in der Zeit vom 1. bis 7. April 2019 an der ersten niedersächsischen „Woche der beruflichen Bildung“ teil, sondern auch die Mitglieder der Landtagsfraktionen besuchen Orte der beruflichen Bildung und werben für eben diese. Bei den Besuchen steht die Anerkennung der dualen und der vollschulischen Ausbildung sowie ihre Wertschätzung im Fokus. In diesem Kontext wird die berufliche Ausbildung als Alternative zu einem Hochschulstudium ebenso wie ihre Anschlussfähigkeit an alle Angebote der beruflichen Weiterbildung präsentiert. Zudem veranschaulicht die „Woche der beruflichen Bildung“ die große Vielfalt an Berufsoptionen für junge Menschen.

Der Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der CDU in Niedersachsen Kai Seefried nahm die Aktionswoche zum Anlass, sich in Stade mit den Schulleitern der Berufsbildenden Schulen im Landkreis Stade zu treffen und über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Berufsbildenden Schulen zu treffen. Seefried betonte: „Den Erfolg eines Bildungssystems kann man nicht daran messen, ob sich durchschnittliche Noten wie im Abitur immer weiter verbessern, sondern nur daran, ob die jungen Menschen im Anschluss fit sind für die Ausbildung oder das Studium und für ihren weiteren Lebensweg.“ Daher gehört für Seefried die duale Ausbildung, die Berufsbildenden Schulen und die Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft zu den wirklichen Erfolgsmodellen und der Stärke des niedersächsischen, aber auch des deutschen Bildungssystems.

Im Gespräch waren sich die Schulleitungen und der Landtagsabgeordnete einig, dass noch mehr getan werden müsse, um die politische, aber auch vor allem die gesellschaftliche Anerkennung für die Berufliche Bildung zu stärken. Gerade mit Blick auf den aktuellen, aber auch sich zukünftig immer stärker verändernden Arbeitsmarkt mit Blick auf die Digitalisierung, wird die Fachkräftenachfrage zu den entscheidenden Zukunftsfragen für das Wirtschaftssystem. Gerade in Mittelstand und Handwerk werden händeringend Fachkräfte gesucht und dieser Bedarf, darin sind sich alle einig, wird sich zukünftig weiter erhöhen. Neben der Betonung der Stärke und Bedeutung der beruflichen Bildung müsse aber auch mehr getan werden, um die Attraktivität und damit verbunden auch die Ausstattung, zu verbessern. Es muss in diesem Zusammenhang das Ziel sein, die Unterrichtsversorgung deutlich zu verbessern, ist Kai Seefried überzeugt.

Seefried ist dabei von der besonderen Stärke der Berufsbildenden Schulen als eigenverantwortliche regionale Kompetenzzentren überzeugt. In Niedersachsen sind die Berufsbildenden Schulen in den vergangenen Jahren einen intensiven Reformprozess unter dem Titel „ProReKo“ gegangen. ProReKo steht hier für Projekt Regionale Kompetenzzentren. Aus dem anfangs modellhaft ausprobierten Projekt ist heute Alltag geworden, mit starken eigenverantwortlichen Schulleitungen, die regional angepasst die Bildungsangebote entwickeln. „Wenn wir es mit dieser Eigenverantwortung ernst meinen, dann muss es aber auch bedeuten, dass den Schulleitungen ein ausreichendes finanzielles Budget und eine hohe eigene Kompetenz für Einstellungen zur Verfügung steht“, ist Kai Seefried überzeugt. Genau hier liegt derzeit landesweit aber das Problem. Viele Berufsbildende Schulen haben aktuell finanzielle Deckungslücken für das laufende Haushaltsjahr und es fehlen Perspektiven, wie und in welchem Umfang Einstellungen für das nächste Jahr vorgenommen werden können. „Wir brauchen hier jetzt schnelle Lösungen damit auch vorhandenes Personal an den Berufsbildenden Schulen gehalten werden kann“, berichtete Kai Seefried.

Aus dem Gespräch mit den Schulleitungen nahm Seefried aber auch mit, dass die Schulstandorte Stade und Buxtehude mit ihren vielfältigen Bildungsangeboten und modernen Ausstattungen und Schulgebäuden hervorragend aufgestellt sind. „Egal ob duale Ausbildung, Berufliches Gymnasium, Fachoberschule, Berufsfachschule oder Fachschule, hier stehen jungen Menschen für ihren weiteren schulischen und beruflichen Weg wirklich alle Türen offen“, so Kai Seefried.

Auf dem Foto zu sehen, von links nach rechts: Dieter Janzen, Stellv. Schulleiter BBS I, Hauke Peyn, Ständiger Vertreter des Schulleiters BBSII Stade, Rainer Albers, Schulleiter der BBSI, Anke Pippirs, BBSIII, Kai Seefried, Carsten Schröder, BBS Buxtehude, Artur Büttner, Schulleiter BBSII.