Landkreis Stade. Aufgrund der aktuellen Diskussionen um die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung der Gymnasiallehrer und der deutlich reduzierten Zahl der ausgeschriebenen Stellen an Gymnasien, hinterfragen die Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke die Situation im Landkreis Stade. In einer so genannten kleinen Anfrage zur schriftlichen Beantwortung wollen die Landtagsabgeordneten wissen, wie viele Stellen an den verschiedenen Gymnasien im Landkreis Stade aufgrund von Versetzungen und Pensionierungen im kommenden Schuljahr wegfallen. Hier schließt sich dann gleich die nächste Frage an, wie viele Stellen im Gegenzug für die Schulen neu ausgeschrieben wurden.

Nachdem die rot-grüne Landesregierung in diesem Jahr erstmals die Erhebung zur Unterrichtsversorgung für die Unterrichtsstatistik ausgesetzt hat, fehlen derzeit für sämtliche Schulen in Niedersachsen konkrete Zahlen über die tatsächliche Unterrichtsversorgung. „Wir befürchten, dass in diesem Durcheinander und durch die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung der Gymnasiallehrer, die Landesregierung insbesondere in den Gymnasien massiv Stellen einsparen wird“, so Kai Seefried, der auch schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen ist. „Durch die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung der einzelnen Lehrkräfte wird die statistische Unterrichtsversorgung vermutlich gar nicht rapide sinken, aber die Belastung wird sich auf eine geringere Anzahl von Lehrkräften verteilen, da Stellen einfach nicht neu besetzt werden“, so Helmut Dammann-Tamke.

Die beiden CDU-Landtagsabgeordneten verweisen in diesem Zusammenhang darauf, dass im Zeitraum von 2003 bis 2013, in der Regierungsverantwortung von CDU und FDP, 5000 Vollzeit-Lehrerstellen neu geschaffen wurden, obwohl im gleichen Zeitraum aufgrund des

demographischen Wandels die Anzahl der Schülerinnen und Schüler um rund 100.000 zurück gegangen ist. „Die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung der Gymnasiallehrer ist eine eiskalte Stellenstreichung durch die Hintertür. Landesweit werden hierdurch rund 1700 Lehrerstellen entbehrlich. Nach über 10 Jahren werden in Niedersachsen jetzt erstmals Lehrerstellen abgebaut“, ergänzt Kai Seefried. Um eine Vergleichbarkeit der statistischen Daten zu erhalten, fragen die beiden Landtagsabgeordneten weiterhin, wie sich die Unterrichtsversorgung im Zeitraum von 2003 bis 2013, also in der Verantwortung von CDU und FDP, an den Gymnasien im Landkreis entwickelt hat. Die Anfrage der beiden Landtagsabgeordneten wurde jetzt offiziell im Landtag eingereicht und beide hoffen darauf, dass eine entsprechende Antwort durch die Landesregierung zum Schuljahresbeginn vorliegen wird.