Arbeitskreis Häfen und Schifffahrt der CDU-Landtagsfraktion zu Besuch im Stader Seehafen

Der Stader Seehafen hat auch in der Corona-Krise seine starke Position behauptet. Im Gegensatz zu anderen Hafenstandorten, die in der Krise Umschlagsrückgänge verbuchen mussten, konnte in Stade der Seegüterumschlag auf 6,2 Millionen Tonnen erhöht werden. Über aktuelle und zukünftige Perspektiven hat sich der Arbeitskreis Häfen und Schifffahrt der CDU-Landtagsfraktion bei einem 2-tägigen Besuch in Stade informiert. Die aktuelle Perspektivplanung des Landes weist dem Hafen bis 2030 eine positive Entwicklung zu. Danach ist davon auszugehen, dass sich die Umschlagskapazitäten der bisher bestehenden Anlagen weiter auf 6,4 bis 7,2 Millionen Tonnen erhöhen werden. In dem Perspektivpapier ist der Seehafen in 4 Planbereiche eingeteilt, die sich derzeit alle in einem Veränderungs- und Entwicklungsprozess befinden.

Die Nordpier, die durch das ansässige Unternehmen AOS genutzt wird, soll bereits in den nächsten 2 Jahren mit einem weiteren Entlader versehen werden. Der AOS Geschäftsführer Volker Richter will damit die Umschlagskapazitäten und die Produktionssicherheit des Unternehmens erhöhen und betont, dass diese Investition auch ein klares Bekenntnis zum Standort sei.

Für den Nordhafen wird in dem Perspektivpapier des Landes eine Erweiterung um 24 Hektar aufgezeigt. Hiermit könnte die Kaikante um 1,1 Kilometer verlängert werden und zukünftig die Gleisanbindung bis auf das Terminal geführt werden. Hier überholt die aktuelle Entwicklung schon fast das Perspektivpapier, denn auf Betreiben der Stader Wirtschaft und dem Seehafen Stade e.V. wird derzeit in Zusammenarbeit mit der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG eine entsprechende Machbarkeitsstudie als Grundlage für ein Planfeststellungsverfahren entwickelt. NPorts Standortleiter Knut Kokkelink ist von dem Erfolg durch die dann vorhandene Trimodalität des Terminals über das seeschifftiefe Fahrwasser, die Autobahn A26 und die Schiene überzeugt.

Der Südhafen, der durch das Stader Chemieunternehmen Dow genutzt wird, ist nah am Limit seiner Kapazitäten angekommen. Hier wird aktuell ein Planfeststellungsverfahren für eine Erweiterung der Pier mit einem zusätzlichen Löschkopf unter anderem für Flüssiggas vorbereitet. Hinzu kommen die aktuellen Planungen für ein neues Terminal für verflüssigte Gase. Auch dieses Verfahren wird gleichzeitig mit der Erweiterung des Südhafens vorbereitet und soll noch in diesem Jahr in ein Planfeststellungsverfahren münden. Die Planung für dieses Terminal u.a. zum Umschlag von LNG ist bereits sehr weit vorangeschritten. Alle wichtigen Genehmigungsvoraussetzungen sind erfüllt. In diesem Zusammenhang wurde auch mehrfach überprüft und bestätigt, dass in Stade auch die nautischen Bedingungen ein solches Terminal ermöglichen. Von Stade aus könnte dann zukünftig auch die „Ship to Ship“ Bebunkerung und Versorgung des Hamburger, sowie der Nord- und Ostseehäfen erfolgen.

Eingeladen zur Bereisung des Arbeitskreises der CDU-Landtagsfraktion hatte der örtliche Landtagsabgeordnete Kai Seefried. Er unterstützt die verschiedenen Entwicklungen im Seehafen ausdrücklich. Neben dem konkret in Planung befindlichen Terminal für verflüssigte Gase sieht Seefried vor allem in der Nordhafenerweiterung einen zentralen Schlüssel für die Zukunft des Seehafens. Seefried nutzte den Besuch, um bei seinen Kollegen dafür zu werben, dass im Falle eines guten Ergebnisses der Machbarkeitsstudie, und von diesem ist der Abgeordnete fest überzeugt, anschießend ein Planfeststellungsverfahren durch das Land in Auftrag gegeben werden müsse.

Bei seinen Kollegen fand Seefried damit offene Ohren. Der hafenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Bernd-Carsten Hiebing betonte, dass der Stader Seehafen und die Stader Wirtschaft die Zeit der Krise wirklich genutzt haben, um die Vorbereitungen für konkrete Maßnahmen in Stade zu treffen. Das Perspektivpapier des Landes könne hier schnell mit Leben gefüllt werden. „Ich sehe hier klare Chancen, die das Land nutzen muss“, so Hiebing. Gleichzeitig lobte er die Stader Wirtschaft, die auch mit eigenen finanziellen Mittel die aktuellen Planungen und auch die Machbarkeitsstudie mitfinanzieren. „Hier ist nicht das Motto macht mal, sondern die Wirtschaft legt selbst vor“, ist Hiebing dankbar.

Für den Seehafen Stade e.V. fasste der Vorsitzende Marcus Schlichting zusammen, dass es am Standort einen breiten Schulterschluss der Region gebe. Wirtschaft, Politik und Verwaltung stehen hinter den aktuellen Entwicklungen und unterstützen die Vorhaben. Jetzt ist auch das Land gefordert, diese Chancen zu ergreifen und zu nutzen.

Hier finden Sie das Perspektivpapier für den Stader Hafen von Niedersachsen Ports: