„Der Streik der GdL auf den Strecken des Metronoms muss sofort beendet werden.“ Mit dieser Forderung wenden sich die CDU-Landtagsabgeordneten Norbert Böhlke (Seevetal), Helmut Dammann-Tamke (Buxtehude), Heiner Schönecke (Buchholz), Kai Seefried (Stade) und André Wiese (Winsen) aus den Landkreisen Harburg und Stade jetzt an die Gewerkschaft der Lokführer (GdL).

„Was die Pendler im Moment jeden Tag erleben geht über die Grenzen der Zumutbarkeit. Täglich erreichen uns zahlreiche Zuschriften und Ansprachen von Pendlerinnen und Pendlern zum Streik“, berichten die CDU-Abgeordneten aus ihren Wahlkreisen. Hier geht es beileibe nicht um Bequemlichkeit der Pendler, dahinter stecken handfeste Probleme. „Auszubildende oder Arbeitnehmer in der Probezeit, die nicht rechtzeitig ihren Ausbildungsplatz erreichen und um den Verlust des Arbeitsplatzes bangen. Urlauber verpassen Anschlussverbindungen, Familien geraten in große Organisationsprobleme. Diese Auswirkungen kann man nicht so einfach mit dem Schlagwort Tarifautonomie vom Tisch wischen“, finden die Abgeordneten.

„Wir haben leider den Eindruck: All diese persönlichen, zum Teil gravierenden Folgen, spielen in dieser Tarifauseinandersetzung für die GdL offensichtlich keine Rolle“, stellen die CDU-Abgeordneten bedauernd fest.

Ärgerlich sind die Abgeordneten auch, weil Land und Kommunen viele Anstrengungen unternommen haben, um das Pendeln mit dem öffentlichen Nahverkehr möglichst attraktiv zu machen. Die CDU-Abgeordneten verweisen unter anderem auf die HVV-Erweiterung, den Ausbau der Bahnhöfe und der Infrastruktur wie etwa Parkplätze sowie verbesserte Zugverbindungen.

Auch die Züge seien mit Landesgeldern beschafft worden. „Wir investieren in die Züge und die GdL sorgt dafür, dass sie nicht rollen“, sind die Abgeordneten ärgerlich über die derzeitige Situation.

Dieser Streik treffe besonders die, die auf die Bahn als Verkehrsmittel zwingend angewiesen sind. „Bei allem Respekt für die Tarifautonomie: Wir können als Abgeordnete nicht einfach zusehen, wie auf dem Rücken von zehntausenden Pendler aus unseren Wahlkreisen ein Streit ausgetragen wird, der erkennbar nur den Funktionären und der Einzelgewerkschaft nutzt.“

Kai Seefried: „Wer morgens um 5.00 Uhr am Bahnsteig auf dem Weg zur Arbeit ist müsse sich darauf verlassen können, dass seine Züge fahren. Es kann nicht sein, dass ein funktionierendes Nahverkehrssystem, das ausgesprochen erfolgreich am Markt operiere durch sinnlose Attacken von GdL-Funktionären an die Wand gefahren wird.“ Helmut Dammann-Tamke: „Wir stellen nicht das Streikrecht an sich in Frage, das was derzeit die GdL macht ist allerdings unverantwortlich.“

„Wir appellieren an die Verantwortlichen von Metronom und GdL diesen sinnlosen Streik sofort zu beenden.“ Die Abgeordneten sind derzeit auch in Gesprächen mit dem Wirtschaftsministerium und der Landesnahverkehrsgesellschaft. „Wir suchen nach Wegen, die Beteiligten zur Vernunft zu bringen.“