Stade. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Björn Thümler war in Stade unterwegs, um sich über innovative Entwicklungen in unserer Region zu informieren. Den Start bildete ein Besuch bei dem Unternehmen AGS-Verfahrenstechnik, die in Zusammenarbeit mit den Stader Stadtwerken eine Teststrecke für ein neues innovatives Kabelverlegungsverfahren in Stade-Riensförde gebaut haben. Thümler hatte sich bereits auf der Hannover-Messe über die Stader Entwicklung informiert und sieht darin eine große Chance, das aktuell in der Planung befindliche Großprojekt „Südlink“ konsensfähiger umzusetzen und bessere Lösungen für Mensch und Natur zu erreichen. Das AGS-Kabelverlegungsverfahren bietet die Möglichkeit Stromleitungen über besonders lange Distanzen ohne zusätzliche Bauwerke und Muffenschächte zu verlegen. Hierfür wird das Stromkabel in ein mit Wasser gefülltes Leerrohr eingezogen und kann so mit einer besonderen Leichtigkeit auch über lange Strecken verlegt werden.

Zusätzlich kann eine aktive Kühlung in das System eingebracht werden, die es ermöglicht, die Stromleitungstrasse, nicht wie bisher üblich in einem Korridor von 40 Metern Breite zu verlegen, sondern hierfür unter zwei Metern zu bleiben. Der Arbeitskreis Umwelt der CDU-Landtagsfraktion hatte sich dazu bereits in der ersten Jahreshälfte diesen Jahres in Stade über die Entwicklung informiert und im Anschluss daran einen Erschließungsantrag in den Landtag eingebracht, in dem die Landesregierung dazu aufgefordert wird, das AGS-Verfahren besonders zu fördern und in der derzeitigen Entwicklungsphase zu unterstützen, um es zur Serienreife zu bringen. Der Entschließungsantrag befindet sich derzeit in der Beratung des Umweltausschusses im Niedersächsischen Landtag. Bereits am kommenden Montag wird der Ausschuss dazu eine Unterrichtung durch die Landesregierung erhalten und Vertreter von AGS und den Stader Stadtwerken haben die Gelegenheit, ihr Projekt im Ausschuss direkt vorzustellen. Neben der Förderung durch das Land hat Thümler, aber auch eine klare Erwartungshaltung an den Kabelnetzbetreiber Tennet, die für die Planung und Realisierung des Südlinks Gesamtverantwortung tragen. Tennet müsse sich offen für innovative Entwicklungen zeigen und diese bestmöglich auch finanziell unterstützen. „Entsprechende Fördermöglichkeiten über die Europäische Union sollten hierfür zur Verfügung stehen“, so Thümler.

Auch die CDU-Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke, sowie der Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann unterstützen bereits seit längerem das AGS-Verfahren und sehen auch für unsere Region große Chancen in dieser Entwicklung. So könne der Südlink beispielsweise entlang des Korridors der A20 verlegt werden und würde keine zusätzliche belastende Trasse in die Region bedeuten.

Innovativ ging es beim Besuch im CFK-Valley weiter. Vor Ort wurde die Delegation durch den Stader Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs und die Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber begrüßt. Das CFK-Valley besteht mittlerweile seit 15 Jahren und gilt nach wie vor als Erfolgsgeschichte. Thümler machte aber schon deutlich, dass er eine stärkere Förderung durch das Land Niedersachsen erwarte. In der Zeit der CDU geführten Landesregierung von 2003 – 2013 sein in Stade für den Bereich Forschung, Luft- und Raumfahrt 130 Millionen Euro investiert worden. Seitdem fehle eine kontinuierliche Förderung für Forschung und Entwicklung, nicht nur in Stade, sondern in ganz Niedersachsen. Dies wurde auch beim Rundgang durch die Entwicklungshalle deutlich. Vertreter der Forschungseinrichtung DLR und Frauenhofer unterstrichen die gute Zusammenarbeit und die Förderung durch den Bund und auch die Hansestadt Stade, wünschten sich jedoch alle wieder mehr Unterstützung des Landes Niedersachsen. Thümler sagte hier, für den Fall eines Regierungswechsels in Niedersachsen zu, dass es wieder eine kontinuierliche Förderung für Forschung und Entwicklung in Niedersachsen geben werde. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder Anträge zum Landeshaushalt gestellt, leider wurden alle Initiativen durch Rot-Grün abgelehnt. Durch diese Entwicklung haben wir ein Stück unserer Wissensvorsprungs verloren“, so Thümler. Die CDU in Niedersachsen hat diesen Bereich daher auch in ihrem Regierungsprogramm aufgenommen und das CFK-Valley dort gesondert erwähnt. Der CDU-Landtagsabgeordnete Kai Seefried sagte, man könne es auf den Punkt bringen: „Wir haben nach wie vor große Chancen in Stade. Der Wachstumsmarkt für CFK ist nach wie vor vorhanden, wir sind aber bisher noch nicht wirklich über den Bereich der Luft- und Raumfahrt hinausgekommen. Hierfür benötigt auch das CFK-Valley eine kontinuierliche Unterstützung durch das Land Niedersachsen, damit die vorhandenen Wachstumsmärkte weiter und besser genutzt werden können.“

Im Anschluss folgte dann noch ein Gespräch mit Vertretern der Stader Orgelakademie, da die Förderung der historischen Orgellandschaft für Björn Thümler einen sehr hohen Stellenwert hat und gerade unsere Region sich unter anderem durch die Vielzahl der bedeutenden Arp Schnitger Orgeln auszeichnet.