Antwort der Landesregierung auf große Anfrage „Neddersassen snackt plattdüütsch“

Plattdeutsch ist die Sprache der Niedersachsen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf die große Anfrage „Neddersassen snackt plattdüütsch“ der CDU- und FDP-Landtagsfraktionen hervor. Als erste parlamentarische Initiative Niedersachsens ist diese nur in plattdeutscher Sprache in den Landtag eingebracht worden. „Was für uns im Landkreis Stade gilt, trifft auch für die meisten Regionen Niedersachsens zu“, sagte der Abgeordnete der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion, Kai Seefried. „Plattdeutsch ist häufig immer noch Alltagssprache und damit Ausdruck eines Lebensgefühls“. Laut der Antwort der Landesregierung würde etwa die Hälfte der Bevölkerung Plattdeutsch beziehungsweise Regionalsprachen verstehen, erklärte auch der CDU-Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke, „das unterstreicht den hohen kulturellen Stellenwert von Plattdeutsch für Niedersachsen“.

 

Auch im Landkreis Stade gebe es dafür einige Beispiele, wie Kai Seefried erklärte: Das Land Niedersachsen hat z.B. die Gründung der „Plattdüütsch Stiftung Neddersassen“ mit Sitz in Stade im Jahr 2007 finanziell unterstützt. Bewährt hat sich auch der für die Klassen 1-6 konzipierte Kurs „Rög di. Mit Plattdüütsch dör dat Johr“. Ein solches regionales Lehrwerk gibt es auch für Stade. Plattdeutsche Lesewettbewerbe werden sowohl für Schülerinnen und Schüler des Primar- als auch des Sekundarbereichs von den Sparkassen und z. T. auch von den Landschaften und Landschaftsverbänden angeboten. So gibt es beispielsweise alle zwei Jahre im nördlichen Niedersachsen zwischen Cuxhaven, Verden und Buxtehude einen Plattdeutschen Lesewettbewerb. Im Schuljahr 2010/2011 führte der Landschaftsverband Stade mit Unterstützung durch die Sparkassen zwischen Elbe und Weser und im Einvernehmen mit dem Niedersächsischen Kultusministerium zum 19. Mal den plattdeutschen Lesewettbewerb für Schülerinnen und Schüler durch.

Das Land Niedersachsen hat zudem 2006 die „Neddersassisch Verfaten“ aus Anlass des 60. Geburtstages des Landes Niedersachsen herausgegeben. Seefried und Dammann-Tamke lobten die Bemühungen der Landesregierung für den Erhalt des Plattdeutschen: Die Weichen zur Förderung der Regionalsprachen seien in den vergangenen Jahren richtig gestellt worden. Die große Anfrage soll im September-Plenum im Landtag besprochen werden. „Natürlich wird dies von unserer Seite, op platt‘ stattfinden“, versicherten die beiden Landtagsabgeordneten, „es ist uns wichtig, dass wir mindestens einmal pro Legislaturperiode eine Debatte im Landtag auf plattdeutsch führen“. Abschließend kündigten Seefried und Dammann-Tamke an, dass die Fraktionen die Antworten der Landesregierung sehr sorgfältig auswerten werden. „Wir wollen die richtigen Maßnahmen treffen, damit Regionalsprachen in Niedersachsen weiter gefördert werden und wir auch zukünftig sagen können: Plattdeutsch ist in Niedersachsen zu Hause.“